{"id":410,"date":"2017-12-19T13:23:29","date_gmt":"2017-12-19T13:23:29","guid":{"rendered":"http:\/\/kirmin.web.th-koeln.de\/?p=410"},"modified":"2024-06-27T14:51:15","modified_gmt":"2024-06-27T14:51:15","slug":"vorbereitung-der-bevoelkerung-auf-laengere-ausfaelle-von-strom-und-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kirmin.web.th-koeln.de\/?p=410","title":{"rendered":"Vorbereitung der Bev\u00f6lkerung auf l\u00e4ngere Ausf\u00e4lle von Strom und Wasser"},"content":{"rendered":"<p>Der Forschungsschwerpunkt von UNU-EHS im Rahmen des KIRMin Projekts liegt auf der differenzierten Analyse der Verwundbarkeit der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Ausf\u00e4llen von kritischen Infrastrukturen. Eine systematische Literaturanalyse und der Austausch mit den Praxispartnern des KIRMin-Konsortiums hat gezeigt, dass eine differenzierte Betrachtung der Bev\u00f6lkerung wichtig ist, da verschiedene Bev\u00f6lkerungsgruppen unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse haben und verschieden gut vorbereitet sind. In der Praxis gibt es allerdings kaum umfassende Studien, die als Grundlage f\u00fcr Politik und Praxis dienen k\u00f6nnen. Um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen, wurde eine Befragung an den Standorten K\u00f6ln, Kerpen und Elsdorf\/Bedburg durchgef\u00fchrt, die erfasst, wie gut unterschiedliche Gruppen auf Ausf\u00e4lle der Strom- und Wasserversorgung vorbereitet sind und bei wem sie die Verantwortung f\u00fcr eine Notfallversorgung sehen.<\/p>\n<p>Die vorl\u00e4ufige Analyse der erhobenen Daten best\u00e4tigt die Annahme, dass es deutliche Unterschiede hinsichtlich des Risikobewusstseins, des Stands der Vorbereitung sowie der Verortung von Verantwortung f\u00fcr eine Notfallversorgung zwischen verschiedenen sozio-\u00f6konomischen Gruppen sowie zwischen Stadt- und Landbev\u00f6lkerung gibt. So zeigen die Ergebnisse beispielsweise, dass\u00a0 j\u00fcngere Stadtbewohner weniger Nahrungsmittel und Wasser vorhalten, w\u00e4hrend die gleiche Altersgruppe auf dem Land deutlich besser vorsorgt.<\/p>\n<p>Die Umfrage hat des Weiteren gezeigt, dass die \u00a0Mehrheit der Befragten bei einem Ausfall der Strom- oder Wasserausfall Unterst\u00fctzung vom Staat erwartet. Dass diese Hilfe dann auch tats\u00e4chlich geleistet wird, glaubt jedoch ein deutlich geringerer \u00a0Anteil. Auff\u00e4llig ist, dass sich Azubis\/Studierende selber als weniger verantwortlich f\u00fcr ihre eigene Notfallversorgung sehen als beispielsweise Familien. Insbesondere die Azubis\/Studierenden, aber auch viele der \u00fcbrigen Befragten, erwarten sich eine Notfallversorgung von Beh\u00f6rdenseite und sehen hier die Verantwortung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dies nur ein Auszug der vorl\u00e4ufigen Ergebnisse ist die umfassende Auswertung noch aussteht, werfen die ersten Resultate dennoch bereits interessante Fragen auf: Gibt es eine Diskrepanz zwischen den realen Selbsthilfekapazit\u00e4ten verschiedener Bev\u00f6lkerungsgruppen und der m\u00f6glichen Bereitstellung einer staatlichen Notfallversorgung? Erf\u00fcllen die Akteure, die die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr eine Notfallversorgung als verantwortlich ansehen, in der Realit\u00e4t auch tats\u00e4chlich die Erwartungen? Und inwieweit sind sich Akteure des Katastrophenmanagement der\u00a0 Unterschiede bez\u00fcglich der verschiedenen Bedarfe und Erwartungen der verschiedenen sozio-\u00f6konomischen Gruppen bewusst und ber\u00fccksichtigen diese?<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Befragung werden derzeit ausgewertet und 2018 ver\u00f6ffentlicht. Neben einer wissenschaftlichen Publikation sollen die Ergebnisse auch dazu dienen, m\u00f6gliche L\u00fccken in der Versorgung der Bev\u00f6lkerung bei KRITIS-Ausf\u00e4llen aufzuzeigen und darauf aufbauend gemeinsam mit den anderen Projektpartnern ein Mindestversorgungskonzept zu entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Forschungsschwerpunkt von UNU-EHS im Rahmen des KIRMin Projekts liegt auf der differenzierten Analyse der Verwundbarkeit der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Ausf\u00e4llen von kritischen Infrastrukturen. 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